Wir starten am 30. März 2009 über Westspanien in Richtung Marroko.

Eine Reise von über 3000 NM (ca. 5400 km) , ca. 20 Flugstunden in 11 Tagen. 
Nach einem problemlosen Start in Bad Ragaz mit viel Gepäck und nach dem nötigen Auftanken in Zürich sind wir auf FL 120 IFR
unterwegs nach San Sebastian.
Rechts unter uns ist die Doppelpiste von Toulouse sichtbar. Den Start einer riesigen A 380 konnten wir aus dieser Höhe mitverfolgen.

Den Tankstopp in Grenoble nutzten wir für einen kleinen Imbiss. Dann gings weiter nach San Sebastian. Der IFR-Pilot, Hermann
und unsere Partnerinnen, Helen und Dagmar posieren nach der Landung. Unser Hotel im nahegelegenen Hondarribia , sowie die
Tapas gleich um die Ecke sind besonders zu empfehlen.

Dagmar und Helen sollten sich als äusserst flugtauglich erweisen. Weder Höhe, noch längere Flüge konnten ihrer
guten Ferienstimmung etwas anhaben.

Über den Wolken auf FL 125 auf dem Weg von San Sebastian nach Salamanca für den nächsten Tankstopp.

Die folgende Nacht verbringen wir in Malaga, wo uns Ueli Mathis bei sich und seiner Familie mit Grillspezialitäten verwöhnt.
Anschliessend gings weiter entlang der spanischen Südküste in Richtung Gibraltar. Auf Anfrage erhalten wir vom englischen
Kontroller die Erlaubnis, „to fly around the rock at 4500 ft !„ 

Der Anflug in Tanger: „schauriges“ Wetter mit düsteren Wolken. Bemerkenswert ist der freundliche Empfang der Flugplatzbehörden,
die Hilfsbereitschaft und ……die Landetaxe: umgerechnet CHF 4.82 – ein Rekord !!


Weiter gings während ca. 2 h über die fruchtbare Westküste Marrokos nach Essaouira, wo die Seitenwindkomponente bei der
neuen Piste das Zulässige um einen erheblichen Faktor überschreitet. Aber, die Mooney schafft das problemlos. Mein
Kugelschreiber schien des dem Polizeibeamten angetan zu haben. Mit verhaltener Stimme fragte er: „Dites, Monieur, est-ce que je
peux garder le stilo?“ Bei soviel Höflichkeit (und Autorität im Hintergrund) konnte ich nicht nein sagen.



Das Hotel Atlas in Essaouira ist ein 5* Juwel und bestens geeignet, um zwei Nächte zu verbringen. Die Eintrittshalle präsentiert sich
mit übergrossen Plastiken aus Metall, sowie Bildern und anderen Kostbarkeiten. Der Besitzer ist offensichtlich ein Kunstmäzen.






Der Strand ist ein Surfermekka, denn der Wind ist der bestimmende Faktor hier in Essaouira. Das animierte Städtchen ist voller
Charme und die kleinen Fischerstände laden mittags zum Essen ein. Unser Auswahlmenü: Peterfisch, Seeteufel (2 kg !!), Crevetten
alles frisch und grilliert, Salat, Mineral und Brot inklusive! Das alles für umgerechnet CHF 15.- pro Person. Abends werden in vielen
kleinen Restaurants Couscous und Tajins in allen Variationen reserviert. Wir waren sicher nicht das letzte Mal in Essaouira.







Crevetten, Seeteufel, Peterfisch



Der Abflug in Essaouira ist beim heftigen Seitenwind nicht ganz einfach. Nach ca. 2 h gings vorbei an Agadir in Richtung Ouarzazate
in Süden des Hohen Atlas. Der Avisvertreter ist pünktlich am Flugplatz. Geplant sind zwei Tagesausflüge mit dem Mietwagen in die
Todraschlucht und nach Zagora im Süden.

Ein wunderschöner Blick vom Swimmingpool des 4* Hotels Kenzi (bei welchen nach unseren Vorstellungen ein Stern abgezogen
werden müsste).

Bei einem Halt auf dem Weg in die Todraschlucht lässt sich Helen unter der Anleitung des Patrons in die Geheimnisse der
Tajinvorbereitung einweisen.

Impressionen von der Draaschlucht, Todraschlucht.



Auf dem Weg in den Süden (Zagora).




Kurzer Halt im Städtchen Agdz auf dem Weg nach Zagora. Dagmar weiss nun, woher der Teppich in unserem Haus in
Lütisburg stammt!

Ait Ben Haddu, die bekannte Kashbastadt ca. 35 km westlich von Ouarzazate. Die am Fusse eines Hügels gebaute Lehmstadt
beherbergt heute noch sieben Familien und ist ein Anziehungspunkt für jeden Marrokoreisenden.

Wer trockenen Fusses zur Festung gelangen will, muss dies auf Eselsrücken machen. So auch Dagmar, die der Überquerung mit
gemischten Gefühlen entgegen sieht. Ich musste sie nolens volens für kurze Zeit einem Eseltreiber anvertrauen.

So auch Dagmar, die der Überquerung mit gemischten Gefühlen entgegen sieht. Ich musste sie nolens volens für kurze Zeit einem
Eseltreiber anvertrauen.

Eindrücke vom Kashbastädtchen und vom Top des Hügels.





Das nächste Highlight: Marrakech. Für den Überflug von Ouarzazate ist mit starken Höhenwinden und Wolken zu rechnen.
Flugzeit: 31 min. Der Kontroller will uns auf FL 180 schicken. Wir lehnen dankend ab und steigen auf 14‘000.- ft VFR.
Der TWR von Marrakech: Report 20 NM vom GMMX and field in sight. Der Anflug ist einfach. Alle Officials sind sehr freundlich.
Wir wollen die Stadt kennen lernen…. en calèche. Die Preisverhandlung gestaltet sich nicht einfach. Doch das gehört dazu. So auch
die Reifenpanne. Wir sind in Marroko. Am Abend der obligate Besuch beim Gauklerplatz. Sujets für die Camera en masse. Die
Atmosphäre ist einzigartig. Ein Besuch beim Weltkulturerbe lohnt sich allemal.






Unser Guide zeigt uns einige Sehenswürdigkeiten in der Altstadt.

Rhiad (umgebautes Herrenhaus als Hotel in der Altstadt,

ein Tor an der Moschee, wo gehörnte Ehemänner (oder Frauen) mit Schlössern die Treue der des Partners verankern wollen ,

ein Wahlplakat, wo Analphabeten anhand der Bildchen ihre Partei auswählen können ,

der Bäcker des Viertels: der Teig wird von zuhause gebracht, der Laib wird hier gebacken und vom Besitzer wieder abgeholt,

auf der Rückseite des Ofens ist der Hamman geheizt, man nutzt eben die Synergien ,

sehenswert auch die Koranschule, gegründet im 12. Jahrhundert



der „Galgen“ auf dem Turm der Moschee zeit nicht die Windrichtung an, sonder die Richtung, in der Mekka liegt,

Eindrucksvoll auch der Besuch in den Souks mit seinen 1200 Geschäften und unzähligen Handwerkern;




Dagmar hat eine gute Idee: Warum nicht eine Massage und ein wenige relaxen nach Tagen von viel physischer Anstrengung und
unzähligen fantastischen Eindrücken; wir finden die Hoteloase ausserhalb von Marrakech, ein ehemaliger Wohnsitz eines
französischen Diplomaten als Hotel der Extraklasse umfunktioniert; die Massage in dieser Atmosphäre war ein Genuss;







Unser Hotel Meriem in Marrakech

Als Abschluss Essen im Restauraunt Dar Essalam: wunderbare Räumlichkeiten, wenig Folklore, typische marrokanische Musik
und ein vorzügliches Essen; sehr empfehlenswert!





Von Marrakech über Al Hoceima geht’s zum Alternate nach Almeria; unsere Destination Ibiza müssen wir wetterbedingt streichen
(schade um das 5* Hotel, der krönende Abschluss unserer Marrokoreise.


Almeria: auch das ist ein Glücksfall! Wir konnten ein sehr schönes Hotel 4* buchen, direkt bei der Katedrale. Und, es ist
Semana Santa. Wir sind Zuschauer der Prozession (täglich ein Thema des Kreuzuges Christi) mit dem Bischof der Region. Das
Frühstück wäre hervorragend, nur, es liegen ca. 31/2 Stunden Flug vor uns. Wir verzichten auf alle Köstlichkeiten, die einen
frühzeitigen Klobesuch bedingten.







Wir sind auf dem Heimweg. Almeria, Gerona, Grenoble und dann Bad Ragaz. Zwei bis drei Stundenlegs sind angesagt. Wir fliegen
on top. FL 125. GS zeitweise 215 kts. Knapp unter uns die schneeweisse Wolkendecke. Über uns der blaue Himmel. Nicht die
geringste Erschütterung (bis kurz vor LSZE.) Wäre da nicht das doch knapp bemessene Platzangebot in der Mooney, so wähnte
man sich fast in einem konfortablen Businessjet.





Die Marrokoreise mit Helen, Dagmar und Hermann, war ein facettenreiches und wunderschönes Flugerlebnis!
Erich
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